Was im Zigarettenrauch steckt
Zigarettenrauch enthält über 7.000 chemische Verbindungen; mindestens 69 gelten als krebserregend. Die Liste unten ist nicht vollständig — hier stehen die, bei deren Namen dir sofort ein Ort einfällt.
- AcetonHauptwirkstoff im Nagellackentferner.
- AmmoniakDer stechende Geruch im Glasreiniger.
- ArsenEinst der klassische Wirkstoff in Rattengift.
- CadmiumDas Metall in Nickel-Cadmium-Akkus.
- Polonium-210Radioaktives Element – ja, im Rauch.
- FormaldehydDie Konservierungsflüssigkeit im Präpariersaal.
- KohlenmonoxidFarbloses, geruchloses Abgas aus dem Auspuff.
- Blausäure (Hydrogenzyanid)Gas, das früher zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt wurde.
- BenzolDer typische Geruch an der Tankstelle.
- ButanDas Gas im Feuerzeug und im Campingkocher.
- ToluolDas Lösungsmittel in Verdünner und Kleber
- BleiDas Schwermetall aus alten Anstrichen
- NaphthalinDer Geruch der Mottenkugeln im Schrank
- Benzo[a]pyrenDer Stoff im Rauch von verkohltem Grillfleisch
- NikotinFrüher ganz offiziell Schädlingsgift
- TeerKein einzelner Stoff — die Summe von allem im Rauch.
- AcetaldehydDer Mitverursacher des Brummschädels nach Alkohol
- Acrylaldehyd (Acrolein)Der stechende Qualm von zu heißem Pfannenfett
- MethanolDer Alkohol, der Rennmotoren antreibt
- Tabakspezifische NitrosamineEine Krebsstoff‑Familie, die nur Tabak kann
- Chrom(VI)Das Glanzmittel aus der Galvanik.
- NickelDas Metall aus billigem Modeschmuck.
- 1,3-ButadienGrundstoff für Autoreifen.
- VinylchloridDas Gas hinter PVC-Rohren.
- StyrolBaustein von Styropor und Schaumbechern.
- PhenolDie Urform vieler Krankenhausdesinfektionsmittel.
- HydrochinonDas Bleichmittel in Anti-Pigmentcremes.
- PyridinEin Kernbestandteil des typischen Rauchgeruchs.
- EthylenoxidGas zur Sterilisation von OP-Besteck.
- 4-AminobiphenylFrüherer Textilfarbstoff, heute IARC-Gruppe-1.
- KobaltDas Metall im Handy-Akku.
- CrotonaldehydBremst deine Abwehrzellen aus.
- CatecholDer Dunkler in Haarfärbemitteln.
- FuranDer Stoff, nach dem Dosenkost geprüft wird.
- ChinolinEin Baustein aus Steinkohlenteer.
- QuecksilberDie silbrige Flüssigkeit im Fieberthermometer.
- IsoprenBaustein von Natur- und Autoreifen-Gummi.
- BerylliumLeichtmetall für Satelliten und Reaktoren.
- Stickstoffmonoxid (NO)Weitet Gefäße – und bringt sie aus dem Takt.
- Urethan (Ethylcarbamat)Der Stoff, den man in Wein und Bier mitmisst.
- AcrylamidDie Bräunungszone an der Pommes.
- AcrylnitrilAusgangsstoff für Acrylpullover.
- AcetamidDer Weichmacher für harten Kunststoff.
- Aflatoxin B1Das Gift in verschimmelten Nüssen.
- 2-NaphthylaminAus der Fabrik verbannt – aus dem Rauch nicht.
- 1-NaphthylaminDer Zwilling durfte bleiben, der Bruder nicht.
- AnabasinDas weniger bekannte Geschwister von Nikotin.
- NornikotinDas Zwischenprodukt aus Nicotin im Körper.
- Die Chemikalie des Tageso-AnisidinBaustein für Textil- und Papierfarben.
- CumarinDie Heu-Vanille-Note der Tonkabohne — als Zusatzstoff verboten.
- KaffeesäureSteckt auch im Kaffee – die Dosis zählt.
- KresoleDer stechende Geruch von Teerseife.
- Chlorierte Dioxine und FuraneDer Grund für Filter an Müllverbrennungsanlagen.
- 2,6-DimethylanilinVerwandt mit der Spritze beim Zahnarzt.
- ChrysenDer Ringverbund im Asphalt-Dunst.
- Benz[a]anthracenIm Rauch, wenn Fett auf die Glut tropft.
- Benzo[b]fluoranthenSpürhund für Dieselauspuff im Stadtnebel.
- Benzo[k]fluoranthenEin PAK, das unter UV-Licht aufleuchtet.
- BenzofuranEine Verbindung aus Steinkohlenteer.
- NNKEin kanzerogener Stoff nur aus Tabak.
- NNNWas aus Nornikotin beim Trocknen wird.
- NDMADer Stoff hinter manchen Arzneimittel-Rückrufen.
- NDEAIm Labor Standardwerkzeug für Leberschäden.
- NDELAVerunreinigung, die in Kosmetik verboten ist.
- NMEANitrosamin-Familie aus verarbeitetem Fleisch.
- NMORWird in der Luft von Gummifabriken gemessen.
- NPIPRingverwandter eines Stoffes im schwarzen Pfeffer.
- NPYRStoff, nach dem man in kross gebratenem Speck sucht.
- NSAREin Nitrosamin, das auch im Körper entstehen kann.
- NitrobenzolRiecht nach Bittermandel, ist aber Chemikalie.
- NitromethanDragster-Treibstoff aus der Zigarette
- 2-NitropropanLösungsmittel aus der Druckerei
- HydrazinSatelliten-Treibstoff in der Lunge
- Methylethylketon (MEK)Der typische Geruch von Kontaktkleber
- PropionaldehydZwischenstufe für Plastik und Parfüm
- PropylenoxidZum Sterilisieren von Gewürzen
- VinylacetatBaustein von Holzleim (PVA)
- EthylbenzolEin Bestandteil des Benzingeruchs
- SelenIn kleiner Dosis Mangel, in großer Gift.
- Uran-238Radioaktiv im Schneckentempo
- Uran-235Der Brennstoff von Atomkraftwerken.
- Indeno[1,2,3-cd]pyrenDer PAH-Name aus Luftqualitätsberichten.
- Dibenz[a,h]anthracenAktiver als der berühmte Benzo[a]pyren.
- Dibenzo[a,l]pyrenEiner der stärksten gemessenen PAH-Karzinogene.
- Dibenzo[a,e]pyrenDas leisere Mitglied derselben Familie.
- Cyclopenta[c,d]pyrenDie Signatur von Autoabgasen.
- Benzo[c]phenanthrenSeine Krümmung packt die DNA anders.
- Benz[j]aceanthrylenEin Stoff, der nur in Brandversuchen auftaucht.
- 5-MethylchrysenEine Methylgruppe, große Wirkung.
- PhIPDer Hauptstoff auf scharf angebratenem Fleisch.
- IQDer Duft von angebratener Kruste.
- Trp-P-1Wenn Tryptophan zu lange Hitze sieht.
- Glu-P-1Wenn die Umami-Quelle verbrennt.
- A-α-CDer Eiweiß-Ring aus der Bratpfanne.
- DiacetylDer Stoff, der Popcorn nach Butter schmecken lässt.
- AcetylpropionylDer Ersatz für Diacetyl – mit derselben Sorge.
- PropylenglykolDer Träger im Bühnennebel – und im E-Liquid.
- GlycerolDer süße Sirup in Seife und Kuchen.
- GlycidolDie Verbindung, die neben erhitzten Fetten auftaucht.
Warum es diese Liste gibt
Zahlen bleiben abstrakt. Der Satz „7.000 Chemikalien“ hält niemanden auf, weil er kein Bild erzeugt. Aber Nagellackentferner, Mottenkugeln, Feuerzeuggas — die haben ein Bild. Diese Seite ist nicht zum Auswendiglernen da, sondern um den Rauch begreifbar zu machen.
Quelle: Die Stoffe stammen aus drei Quellen: der Liste schädlicher und potenziell schädlicher Bestandteile in Tabakprodukten der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) sowie Berichten der Weltgesundheitsorganisation und des US-amerikanischen Surgeon General. Die Krebs-Einstufungen kommen von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC). Jede Karte nennt darunter ihre eigene Quelle.